3 Tage in den Wäldern von Kaiserslautern - Daniel Rödel



3 Tage in den Wäldern von Kaiserslautern



Wer hat nicht schon mal beispielsweise auf DMAX eine der mittlerweile unzähligen Survival-Sendungen geschaut und sich gedacht.... "Wow sowas will ich auch mal machen!"

Gesagt getan!! Ich konnte zwei Kumpels überreden, die nach Ihrer Zeit bei der Bundeswehr, auch mal wieder Lust hatten so eine Aktion durch zuziehen.

Nachdem wir unser Kartenmaterial ausgedruckt und unsere Rucksäcke gepackt hatten  waren wir ready to go. Wir setzten uns für unseren Trip zwei Etappenziele und los ging es in den Wald.



TAG 1


Wir sind später als geplant am Wald angekommen aber dennoch traten wir unseren Weg ins Abenteuer motiviert an. Nach einem ca. vier Stündigen Fußmarsch über Waldwege, Trampelpfade, Stock und Stein wurde es zusehens dunkler und wir beschlossen ein kleines Lager zu errichten. Nur mit einer Plastik-Plane, ein Paar Seilen, Iso-Matten und Schlafsäcken ausgestattet, bauten wir uns das bestmögliche um uns auch vor eventuellen Regenschauern zu schützen.

Ein kleines, in ein Loch gegrabenes Feuer, spendete minimal Licht und für die unerwartet Nächtliche Kälte im Wald, ein bisschen Wärme.

"Hmm, hört sich bis hier hin eigentlich gar nicht so ungemütlich an... "

Ich habe aber dennoch kein Auge zubekommen.

Das Laub auf dem wir lagen knisterte unentwegt und es machte mich verrückt bei der Vorstellung ,was das alles um mich herum kreucht und fleucht. Ich zog meine Wollmütze auf und zog an den Bändeln meines Kapuzenpullis sodass beinahe nur noch meine Nase zu sehen war. Was hätte ich in dieser Situation  nur für ein gemütliches Zelt gegeben.



Das kleine Feuer war mittlerweile ausgegangen und ich lag weiterhin schlaflos und hellwach in meinem Schlafsack. Es war so dunkel, dass man die Hand nicht vor Augen sehen konnte. Daher nahm ich mir meine Taschenlampe und hielt sie fest in der Hand. Ich dachte mir: "Das schlimmste was jetzt noch passieren könnte, ist meine Lampe zu verlieren."

Gefühlte zwei Sekunden später, muss ich doch mal für mindestens zwei Sekunden eingeschlafen sein und musste erschrocken feststellen, das dass unverhoffte wie ein unerwarteter Schlag in den Nacken eingetroffen ist. Die Lampe war weg!!

Ich tastete blind und hektisch im Laub herum.

"Verdammt ich kann die Lampe nicht finden wo ist das Ding nur? Die muss doch hier Irgendwo sein... "

Durch mein Hektisches gewühlte machte meine Beiden Kumpels wach die sich fragten was ich da treibe und mich erst mal spöttisch auslachten.

So Daniel, jetzt machen wir dir ein Knicklicht an die Lampe dann kannst du sie im dunklen nicht mehr verlieren. 

Nun konnte ich entspannt einschlafen.



TAG 2


Eine gefühlte Stunde später wurde es wieder hell und man merkte wie der Wald mehr und mehr erwacht. Wir packten unsere Sachen zusammen, putzen uns die Zähne und machten uns auf den Weg zum Nächsten Etappenziel. Ca. 100 Meter weiter entdeckten wir Spuren von Wildschweinen welche scheinbar die vergangene Nacht, nicht weit von uns entfernt, den Boden umgepflügt hatten.

"Hmmm!  Dachte ich. "Dann waren meine Sorgen wohl doch nicht so grundlos."

Nach ca. fünf Stunden Fußmarsch nach Karte und Kompass, einer kurzen Verschnaufpause  und Stärkung aus unserem Militär EPA Tüten ging es weiter. Die Karte führte uns einen Berg nach oben welchen wir im Zickzackmarsch langsam erklommen.

"Gar nicht so einfach mit dem ganze Gepäck auf dem Rücken."

Oben angekommen stellten wir sofort fest, dass dieser anstrengende Aufstieg bis auf das letzte mit einer wunderbaren Aussicht über die Wälder von Kaiserslautern belohnt wurde. 


Nachdem wir etwas erschöpft nach unserer Wanderung waren, ging es nun erst mal wieder darum einen geeigneten Unterschlupf zu finden. Im Gegensatz zum vergangen Tag, hingen heute ein paar ziemlich dunkle Wolken am Himmel. Somit war uns klar, dieses Mal müssen wir uns definitiv was Regensicheres suchen.


Wir teilten uns auf und erkundeten die Gegend nach einem geeigneten Unterschlupf und fanden einen schmalen Durchgang einer Höhle. Mehrere große Steine im inneren machten es beinahe gemütlich. Wir Rasteten und ruhten uns eine Weile  aus. Als Der Wind durch das heranziehende Unwetter minütlich  stärker wurde, mussten wir feststellen dass dieser Durchgang alles andere als gemütlich war. Das ganze erinnerte eher an einen Windkanal. Hier zu übernachten wäre beinahe unmöglich gewesen. Es fing bereits an zu nieseln als wir uns auf den Wag machten um noch schnell einen besseren Unterschlupf zu finden. Ein paar Meter tiefer trafen wir auf eine andere Höhle. Sie war groß, nicht für jeden zugänglich, trocken und vor allem windgeschützt.

Wir errichteten unser Nachtlager, machten ein Feuer an und versorgten uns mit Fertiggerichten. Jeder von uns hatte ein bis zwei Bier dabei, was für zusätzlich Stimmung am Abend sorgte.


-> FEUER MACHEN OHNE FEUERZEUG <-

Bevor es jedoch dunkel wurde und wir uns schlafen legten selten wir am Zugang der Höhle noch ein paar Alarmfallen auf die uns warnen sobald irgendwer oder irgendwas in unsere Nähe kommt. Das Risiko einem erschrocken und saurem Wildschwein zu begegnen wollte keiner von uns eingehen. Nachdem wir also ein bis zwei fallen aufgebaut haben welche uns mit lauten Krach aus dem Schlaf holen würden. Machten wir es uns in den Schlafsäcken am Feuer gemütlich und schliefen erschöpft ein.

Klirr!!! Rumms!!! Krach!!!

Wir waren alle hellwach als um kurz nach 3 Uhr Nachts die Fallen auslösten. Wir bewaffneten uns mit Messern und gingen der Sache genauer auf den Grund. Wir liefen den Weg welcher zu unserer Höhle führte langsam ab. Alle fallen wurden ausgelöst aber von der Ursache absolut keine Spur. Ich bin bis heute nicht sicher ob die Fallen durch etwas ausgelöst wurden oder einfach nur schlecht gebaut waren. Dennoch reichte es mir ab diesen Zeitpunkt aus, mal wieder kein Auge zuzubekommen. Es war nun 4 Uhr morgens uns es scheint auch im Tiefsommer immer der kälteste Zeitpunkt am Tag zu sein.


TAG 3


Nachdem ich doch noch ca. 1 ½ Stunden schlafen konnte. Bauten wir unser Lager wieder ab frühstückten wieder ein paar Sachen unserer EPA Verpflegung und machten uns auf dem Weg zu unserem letzten Etappenziel. Nachdem ich meine erstmals genutztes können beim Navigieren mit Karte und Kompass unter Beweis stellen durfte, sind wir nach ein paar Umwegen an unserm Ziel angekommen und konnten es uns erst mal an einem kleinen See mit grüner Wiese gemütlich machen. Wir machten alle einen kleinen Powernap von bestimmt eineinhalb Stunden. Bis wir von selbst aufwachten und uns gemütlich auf dem Weg zurück zum Auto machen.


Es war wirklich ein sehr cooler Trip mit euch!

Klar für viele ist sowas wahrscheinlich nur eine andere Art von Camping. Doch wenn man sowas in dieser Art nicht kennt und beispielsweise als Kind in keinen Ferien- oder Zeltlager war und eine Solche Art an Erfahrung erst spät sammelt, ist selbst das Warmmachen von Essen am offenen Feuer schon ein unglaublich großes Abenteuer.


Vielen Dank

an

Joe und Manu


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